Dienstag, 15. September 2015

Tag 11: Das Gesetz des Stärkeren

In den letzten eineinhalb Wochen haben wir viele Situationen im Alltag und ganz besonders im Straßenverkehr erlebt, wo die staatlichen Regeln durch das Gesetz des Stärkeren ersetzt wurden. Viel mehr als in Deutschland geht es hier jeden Tag darum, in jeder Handlung klarzustellen, welche Position in der Gesellschaft man inne hat. Dadurch scheint es zum Teil, als sei das Mitgefühl und die Rücksicht weniger stark ausgeprägt als bei uns. Gleichzeitig geht fast jeder wöchentlich in die Kirche und gibt einen Teil seines wenigen Geldes in den Klingelbeutel.
Im Straßenverkehr haben Busse Vorrang vor Landrovern, diese vor kleinen Jeeps, welche wiederum vor Pkw und Piki Piki und Fußgängern zuerst eine Bewegung im Straßenverkehr machen können. Das kann nur dadurch verändert werden, indem der Fahrer eines kleineren Fahrzeugs sich dickköpfig quer stellt oder bspw. einfach auf die Kreuzung fährt, um sich die Vorfahrt zu erarbeiten. Das gleiche gilt auch bei Parkplätzen. Einmal hat Ernest, mit dem wir auch auf Safari waren, so stark um einen Parkplatz gekämpft, dass sogar Sicherheitspersonal einer Bank zur Hilfe kam und dem Fahrer eines größeren Autos beinahe mit Gewehren drohen wollte. Das war jedoch zum Glück nicht erforderlich und der Fahrer hat schon vorher den Platz geräumt. Der Straßenverkehr und das Dominanzverhalten ist übrigens in großen Teilen eine reine Männersache und es sind auch besonders die Männer, die ihre Stellung in der Gesellschaft durch ein dominantes Territorialverhalten auf den Teer- und Sandpisten zum Ausdruck bringen wollen. Das ist vielleicht in Deutschland in Ansätzen nicht anders, aber insgesamt scheint mit im Straßenverkehr zum einen die Regeltreue und zum anderen die Rücksichtnahme deutlich stärker ausgeprägt. Was das Geschlechterverhältnis angeht, so erleben ich zumindest in Deutschland eine stärkere Durchmischung der Geschlechter sowohl bei den Dominanten als auch den sich eher anpassenden Autofahrer*innen.
Ein anderes Beispiel zum Thema Rücksicht und Mitgefühl ist das Essen. Mein Eindruck ist in den Familien, in denen wir zum Essen eingeladen sind, dass es weniger darum geht, was Kathi und ich tatsächlich an Nahrung brauchen und was sich die Familien leisten können, als vielmehr darum, den scheinbaren Wohlstand zu präsentieren. Es werden regelmäßig Unmengen an Speisen aufgetischt, die nicht in zwei Malzeiten zu schaffen sind. An vielen Stellen scheinen sich die Familien damit sowohl arbeitstechnisch als auch finanziell vollkommen zu überfordern. Wenn wir dann versuchen zu erklären, dass wir nicht so viel essen können, wird uns dennoch noch mehr angeboten. Unsere Hautfarbe und Herkunft haben mit Sicherheit dabei einen wesentlichen Einfluss und niemand will sich uns gegenüber die Blöße geben, "nur" Ugali, also Maisbrei, aufzutischen. Gleichzeitig wären wir total froh, wenn wir nicht ständig das Gefühl haben müssten, dass extra wegen nur ein riesen Tammtamm veranstaltet wird. Was wir ausgleichend versuchen, ist dann zumindest einen Teil der Speisen vorab einzukaufen, Brot mitzubringen oder im Gegenzug zum Essen in einer Bar einzuladen. Das macht die Sache wahrscheinlich nicht besser und erhöht womöglich sogar den Druck, sich als wohlhabend zu präsentieren, ist jedoch unsere einzige Möglichkeit, einigermaßen unser unwohliges Gefühl zu bearbeiten und gleichzeitig den finanziellen Druck von den Familien zu nehmen.
Ein drittes Beispiel, dass gut dazu passt, sind Beobachtungen, die wir bei den Schüler*innen angestellt haben. Kathi hat als eine Übung versucht, den Gordischen Knoten mit den Kindern durchzuführen. Dabei fassen sich 5-10 Personen kreuzweise an die Hände, sodass ein Gewirr von Armen entsteht. Danach ist es Aufgabe, durch Drehungen und andere Bewegungen einen Kreis zu formen, in dem sich keine Arme mehr kreuzen. Diese Übung erfordert Kooperation, Kommunikation, Koordination und Einfühlungsvermögen, da man möglichst schnell auf andere Personen reagieren muss, wenn es darum geht, ob eine bestimmte Bewegung bei ihnen Schmerzen auslöst, weil zum Beispiel der Arm überdreht wird. Kathi hat nun erzählt, dass es zu Beginn in vier Gruppen unabhängig voneinander so wahr, dass sich alle gleichzeitig gedreht haben und es nur durch klare Hinweise von außen möglich war, die Übung erfolgreich durchzuführen. Dabei spielt natürlich die Sprache auch eine Rolle, aber Gudila war als Übersetzerin und Sozialarbeiterin die ganze Zeit aktiv eingebunden. Vielmehr scheint uns aber, dass koordiniertes Handeln wenig geübt wird in der Schule. Wenn eine Frage gestellt wird, die mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden kann, wenn begrüßt, bedankt oder verabschieded wird, so antworten alle im Gleichtakt. Die Bewegungen zu Beginn und am Ende einer Stunde sind synchronisiert und Abweichungen werden zumindest vor unseren Augen sprachlich sanktioniert. Ob in unserer Abwesenheit noch häufig der Rohrstock zum Einsatz kommt, lässt sich schwer sagen. Offiziell ist die Prügelstrafe in Tansania verboten, viele Lehrer*innen wissen aber schlicht nicht, wie sie ohne dieses Hilfsmittel erfolgreich sanktionieren können.
Es kann gut sein, dass der Mangel an Rücksichtnahme, den wir hier wahrzunehmen glauben, auch eher eine Folge von kulturellen Verständigungsschwierigkeiten ist und Kathi und ich schlichtweg nicht in der Lage sind, in der richtigen kulturellen Sprache unsere Bedürfnisse und Erwartungen auszudrücken und klarzustellen. Je mehr wir essen, was uns aufgetan wird, desto mehr wird uns auftan. Je mehr wir einkaufen, nachdem wir zum Essen eingeladen werden, desto mehr wird uns bei der nächsten Einladung aufgetischt. Heute und morgen haben wir noch Zeit, dem ganzen ein wenig mehr auf den Grund zu gehen. Mal sehen, ob wir das noch verstehen werden.

Tag 11: Lehrerfortbildung und Club-Gründung

Nach einer Woche Vorbereitung und ein paar Treffen haben heute zwei neue Aktivitäten bei Fri Sucode und Nambala Help begonnen. Kathi und Gudila haben gemeinsam in der Nambala Grundschule den ersten Club gegründet. Dort können Schüler*innen in Zukunft gemeinsam ihre Fragen zu Herausforderungen im Alltag, in der Schule und in den Familien bearbeiten. Ich habe heute die ersten zwei Stunden mit den Lehrkräften die Nutzung von Computern geübt. Grundlegend habe wir dazu erklärt, wie man einen Computer bedient und gezeigt, wie man in Word einfache Sätze schreiben kann. Es war also eine ganz grundlegende Einführung.

Morgen werden Gudila und Kathi in einer anderen Schule ebenfalls einen Club gründen, während ich in Nambala weiter mit den Lehrkräften die Nutzung von Computern einübe. Außerdem werden wir morgen gemeinsam überlegen, wie und wann Computer sinnvoll im Unterricht und der Vor- und Nachbereitung eingesetzt werden können. Eines der größten Probleme ist dabei wie so oft hier in der Gegend der Strom, bei dem man nie genau weiß, wann er kommt und wann er geht.

Tag 11: Handwäsche

Zwei Stunde haben wir heute Vormittag damit verbracht, unsere Wäsche von eineinhalb Wochen mit der Hand zu waschen. Die Arbeit war wahnsinnig anstregend. In drei Waschgängen haben wir erst Sachen in einer Schüssel mit Wasser und Waschpulver sauber geschrubbt. Dann wurde drei Mal gespült. Jedes Mal musste ein 10-Liter-Einmer mit kalten Wasser gefüllt und vom Wasserhahn zur Waschstelle getragen werden. Insgesamt haben wir so wohl um die 100 Liter Wasser und 4 Hände voll Waschpulver verbraucht. Das Ergebnis konnte sich am Abend jedoch sehen lassen und wir haben wieder genug Sachen für den Rest unserer Reise. Das ich als Mann diese Arbeit zusammen mit Kathi gemacht habe, fand übrigens viel Zuspruch. Für tansanische Männer ist allerdings Wäschewaschen keine Option. Eher wird die dreckige Wäsche so lange getragen, bis es saubere gibt - sei es durch Ersatz von kaputter Kleidung oder weil eine Frau gewaschen hat.

Montag, 14. September 2015

Tag 10: Training irgendwo im Nirgendwo

Um 8 Uhr haben wir uns heute auf den Weg in das Massai Land westlich von Arusha gemacht, da Baraka hier ein Mentoren-Training durchführen will. Nach Mzungu-Zeit sollte es 7:30 Uhr losgehen, aber da er seine Tochter noch in die Schule bringen musste, wurde es etwas später. Viel mehr Zeit gekostet hat aber der Weg durch Arusha. Es gibt genau zwei Straßen von Ost nach West, die durch die Stadt führen und die jeder benutzen muss, der in oder durch die Stadt will. Am Busbahnhof haben wir Baba Patrick abgesetzt, der sich heute auf den Weg nach Tanga macht. Morgen wird dort die Frau eines guten Freundes von ihm begesetzt. Am Mittwoch wird er wieder zurück sein.

Westlich von Arusha haben wir an der Straße Gruppen von Schüler*innen beobachtet, die jubelnd Autos der regierenden Partei entgegen gelaufen sind. Der Wahlkampf ist diese Woche wieder voll im Gange. Nachdem letzte Woche die Zwischenprüfungen stattgefunden haben, geht die Schule wieder los und das wird genutzt, um Werbung für die Parteien zu verteilen. Die Wahlkampf-Praktiken wirken an einigen Stellen doch weniger demokratisch als mehr so, dass die Regierenden ihre aktuellen Positionen massiv nutzen, um sich in den Köpfen der Menschen festzusetzen. Aber vielleicht ist das in Deutschland nicht viel anders, nur dass die Wege subtiler sind.

Mit einer halben Stunde Verstätung angekommen, standen wir vor der Herausforderung, dass Baraka vereinbart hatte, dass die Gruppe einen Platz organisiert, an dem sich getroffen werden kann. Die Idee der Gruppe war eine Bankreihe unter einen Baum. Für eine sinnvolle Arbeit mit Flipchart und Diskussion war das allerdings nicht geeignet und so machte sich Baraka zusammen mit dem Leiter der Gruppe in der benachbarten Schule auf die Suche. Der Direktor hatte jedoch keine Möglichkeit und so ging es in die Holzkirche in der unmittelbaren Nachbarschaft. Die Kirchenbänke wurden kurzerhand zu Schulbänken umgebaut und die Tafel, auf der sonst die Lieder angezeigt werden, wurde zum Brett für das Flipchart-Papier.




Tag 10: Autowerkstatt

Baraka musste bei seinem Auto die Bremsbelege austauschen lassen und so sind wir kurzerhand zur Autowerkstatt gefahren. Erste Besonderheit: Man braucht keinen Termin wie in Deutschland, sondern fährt einfach hin und wird innerhalb kürzester Zeit bedient. Nachdem das erste Vorderrad abgebaut war und die Bremsbelege begutachtet wurden, ist einer der Schrauber losgefahren, um neue zu kaufen. In der Zwischenzeit wurden Neuigkeiten ausgetauscht. Zurück mit dem Material wurde innerhalb weniger Minuten die Arbeit erledigt und wir konnten weiterfahren. Zweite Besonderheit: Wenn man nicht weiß, dass der Platz die lokale Autowerkstatt ist, könnte man das auch gut für einen Schrottplatz halten, auf dem Teile für andere Fahrzeuge abgeschraubt werden. Das fanszinierende ist aber, dass es reibungslos funktioniert und alles innerhalb kürzester Zeit repariert wird. Wir haben zwar nicht nach den Preisen gefragt, gehen aber davon aus, dass auch die sehr angenehm sind. Arbeit gibt es für die Jungs übrigens auch immer genug. Fast täglich kommen wir dort vorbei und immer sind dort alle Parkplätze belegt und Mitarbeiter sind am schrauben und reparieren.

Tag 10: Wasser und Strom

Heute früh ist nicht nur der Strom weg, sondern es kommt auch kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn. Aber auch das ist in Nambala keine Besonderheit und es gibt wie immer eine einfache Lösung. Zum Zähneputzen nehmen wir sowieso Wasser aus der Flasche und das Duschen haben wir am Vorabend erledigt. Andernfalls gibt es dafür einen Wassertank, aus dem Wasser abgefüllt und abgekocht wird und dann gut verwendet werden kann. Für das Frühstück stand schon das heiße Wasser für den Kaffee bereit und so mussten wir im Prinzip auf nichts verzichten. Aber trotzdem ist es einigermaßen seltsam ohne Wasser und Strom den Tag zu beginnen.

Sonntag, 13. September 2015

Tag 9: Tag der Elefanten und Zebras

Bei unserer Reise in den Tarangire Nationalpark haben wir viele Elefanten und Zebras gesehen. Der Ausflug war eine perfekte Ergänzung zu den Erlebnissen, die wir im letzten Jahr am Lake Manyara und im Ngorongoro Krater hatten. Tarangire ist wirklich schön und in der Akazien Savanne kann man viele Gruppen von Elefanten, Zebras, Giraffen, Impallas, Antilopen, Gnus und Büffeln sehen und mit einiger Zeit auch beobachten. Weniger unterwegs waren an dem Tag Affen und Löwen, aber davon hatten wir in den anderen beiden Regionen im letzten Jahr schon einige gesehen.
Auf dem Hinweg haben wir in einem alten Buch aus den 1960er Jahren uns versucht über das Verhalten und die Eigenarten von einigen Tierarten zu informieren. Im Nationalpark selber konnten wir davon zwar wenig gebrauchen, da wir zumeist nur auf der Suche nach neuen Tieren waren und wenig Zeit an einer Stelle verbracht haben. Insgesamt war es aber sehr interessant und wir werden versuchen, uns das Buch zu besorgen, um später mehr nachzulesen.
Für Diana, die wir auf die Safari eingeladen hatten, wir es ein besonderes Erlebnis, da sie die Tiere bis jetzt nur aus dem Fernsehen kannte. Aus diesem Grund hatten wir auch entschieden, sie zu fragen, ob sie uns begleiten möchte. Am Ende des Tages war sie ganz begeistert, die vielen Tiere in der freien Natur zu sehen. Auf der Rückfahrt hat sie erzählt, dass sie im November mit der Schule einen 5tägigen Ausflug zum Lake Manyara, Ngorongoro und in die Serengeti machen wird. Dabei werden wir sie gern unterstützen und ihr auch eine Version vom "Safari Companion", dem Buch, dass wir im Auto gelesen haben, besorgen. Dann ist sie gut auf die Reise vorbereitet.







Tag 9: Auf in den Tarangire Nationalpark

Um 5 Uhr sind wir aufgestanden, um gemeinsam mit Baraka, Tamari, Lisa, Natasha (der Barakas Nichte) und Diana (unserem Patenkind) in den Tarangire Nationalpark zu fahren. Erst geht es mit dem kleinen Jeep von Baraka nach Arusha, wo wir auf seinen Cousin Ernest treffen, der mit uns in einem Safari-Jeep die Tour macht. Mal sehen, was wir alle zusammen heute abend zu berichten haben.

Samstag, 12. September 2015

Tag 8: Sabato am Lake Duluty

Gerade verbringen wir einen schöne Zeit am Lake Duluty. Eigentlich wollten wir direkt am See sitzen, aber dort fand eine Abschlussfeier von den Schülern statt, die ihre 7. Klasse beendet haben und damit von der Grund- in die Sekundarschule wechseln. Also sind wir zum Lake Duluty Mountain Village gefahren. Wir kannten die Anlage noch vom letzten Jahr. Das Hotel ist sehr teuer und hier schlafen nur Mzungu, also Weiße. Für eine Flasche Soda und einen Kaffee haben wir uns das heute aber einmal gegönnt. Also sind wir zusammen mit Baraka, Tamari (seiner Frau), Lisa (seiner Tocher) und dem Kindermädchen (Maria) zusammen dort hin.

Tag 8: Deutsches Brot und leckere Avocado

Zum Frühstück gibt es eigentlich jeden Tag eine neue Sache für uns zu probieren. Mal sind es Cassava, mals Yams, dann gibt es Kürbis oder Avocado. Gestern haben wir von der Bäckerei des URRC ein Brot mit Sonnenblumenkernen mitgebracht und heute früh gleich probiert. Am besten schmeckt es mir mit den wundervollen Avocados, die wir hier jeden Tag essen. Kleine Avocados, die für den Export bestimmt sind, kosten hier ungefähr 1/5 des deutschen Preises und sind in der Qualität deutlich besser. Einheimische Avocados sind sogar noch günstiger, viel größer und mega lecker. Zum Mittag hatten wir gestern Avocado-Saft. Und heute gibt es frisch hergestellten Saft aus Passionsfrucht und Avocda. Viktor hatte gestern einen großen Beutel voll Passionsfrüchten vom heimischen Grundstück mitgebracht. Ansonsten schlagen wir uns jeden Tag den Bauch mit honigsüßen Bananen und den besten Melonen der Welt voll. So viele tolle Früchte wie hier habe ich wirklich noch nie gegessen, mit Ausnahme der Erdbeeren in Deutschland.

Freitag, 11. September 2015

Tag 7: Piki Piki


Hier in Tansania gibt es neben dem Auto zwei grundlegende Verkehrsmittel, die von den meisten Leuten genutzt werden: Piki Pikis und Dalla Dallas. Piki Piki ist das Motorrad. Dalla Dalla werden die kleinen Busse genannt. Auf den Seiten des Auswärtigen Amts steht, dass Urlauber beide Verkehrsmittel lieber meiden sollten und wenn man vor Ort den Verkehr beobachtet, versteht man auch sehr schnell warum. Piki Piki-Fahrer ohne Helm, oft viel zu schnell auf alten Maschinen und wenn man Pech hat, noch betrunken. Dalla Dallas sind oft extrem überfüllt und nicht selten sieht man dort drinnen noch ein paar Hühner oder Ziegen.

Als wir im letzten Jahr hier zu Besuch waren, gab es einen schweren Unfall mit einem Dalla Dalla. Eigentlich hatten wir uns auch vorgenommen, darauf zu verzichten, aber Baraka meinte, es ist Teil des „afrikanischen Erlebnisses“ zumindest ein Mal mit dem Piki Piki und dem Dalla Dalla zu fahren. Also….hatten wir heute am Morgen unsere erste Fahrt mit dem Motorrad. Ohne Helm ging es los über die Buckelpiste, die hier Straße genannt wird. Obwohl die Fahrer recht ordentlich gefahren sind, Baraka hat sie für uns angerufen, hab ich mich trotzdem instinktiv so fest wie möglich am Gepäckträger festgehalten. 6 km können da ziemlich lang werden, wenn man nicht genau weiß, ob man nach dem nächsten Schlagloch noch aufrecht auf dem Motorrad sitzt. Aber es ging alles gut und morgen geht’s in die zweite Runde. Diesmal als Sandwich-Variante, 3 Leute auf einem Piki Piki und ich weiß, dass ich definitiv nicht ganz hinten sitzen werde.

Tag 7: Regen, endlich Regen

Seit wir in Tansania angekommen waren, war es trocken und extrem staubig. Auf den Sandstraßen mit dem Auto zu fahren, bedeutete viel Staub einzuatmen.  Überall war der rotbraune Staub: Auf den Sachen, in den Haaren und in der Nase. Das Auto von Baraka war innen und außen voll damit, denn egal ob wir die Fenster geschlossen hatten oder offen, der Staub fand seinen Weg in das Auto.
Doch seit einer Stunde ungefähr ist jetzt der Regen angekommen in Nambala. Das Plätschern ist sehr angenehmen und die Luft riecht frisch. Wir sind gespannt auf die Veränderungen, die sich jetzt womöglich auch in der Natur zeigen. Wasser ist hier in Nambala zwar eigentlich keine Seltenheit, da viele kleine und größere Ströme sich ihren Weg vom Mount Meru in die Hochebene bahnen, aber die Verteilung ist zumeinst begrenzt auf die Landwirtschaft und kommt weniger der Natur insgesamt zu Gute. Wie auch immer, den Staub sind wir hoffentlich schon mal los.

Donnerstag, 10. September 2015

Tag 6: Village Community Bank (VCOBA)

Nachdem wir heute früh bereits zwei Haushaltsbefragungen durchgeführt haben, sind wir zu einer Gruppe gefahren, die sich als Village Community Bank /VCOBA, etwa: Dorfbankgemeinschaft), die angelehnt ist an das Prinzip der Micro Finance Gruppen, wie sie oft praktiziert werden. Baraka hat uns eingeladen, an einem der wöchentlichen Treffen teilzunehmen, um die Unterschiede und Verbesserungen imVergleich zu diesem Prinzip zu verstehen. Zunächst wurden wir vorgestellt und von allen freundlich begrüßt.

Das Prinzip der Gruppe ist so, dass jede Woche Beträge in verschiedene Fonds eingezahlt werden. Es gibt einen Geschäfts- und einen Sozialfonds. In den Geschäftsfond können pro Woche zwischen 10.000 und 15.000 TS (Tansanische Schilling, 2.100 TS ~ 1 EUR) eingezahlt werden. Der eingezahlte Betrag kann in dreifacher Höhe als Darlehen ausgezahlt werden. Die Rückzahlung hat eineinhalb Jahre Zeit und wird mit 10 Prozent verzinst. Zusätzlich gibt es noch Kurzzeitdarlehen für eine Woche, 3 oder 6 Monate zu je unterschiedlichen Zinsen, die ebenfalls aus dem Geschäftsfond entnommen werden.

In den Gesundheitsfond werden pro Woche 1.000 TS eingezahlt. 400 TS sind für Schulgelder der Kinder, 400 TS für die Gesundheit und 200 TS für Operationen. Die Auszahlung der Darlehen erfolgt nach dem selben Prinzip. Die Rückzahlung ist allerdings zinsfrei. In der Gruppe gibt es verschiedene Ämter, sodass die Aus- und Einzahlung der Gelder sichergestellt ist. Außerdem gibt es eine Person, die das Verhalten der Anwesenden kontrolliert und im Fall von Verspätung, Störung der Gruppe u.ä. eine Strafe verhängen kann, die ebenfalls in die Gemeinschaftskasse eingezahlt wird.Die Höhe der Strafe liegt bei 500 TS wegen Lautstärke. Flüche und unterlassene Nachbarschaftshilfe werden mit 5.000 TS bestraft. Nicht zu den Treffen zu erscheinen wird mit 1.000 TS bestraft. Die jeweiliegen Leitungen, die eines der Ämter bekleiden, bezahlen grundsätzlich das doppelte der Strafen bei einem Vergehen. Den aktuellen Betrag außerhalb der Gruppe zu erzählen, der aktuell in die Fonds eingezahlt wurde, wird mit dem Rauswurf aus der Gruppe bestraft und ist damit die schwerste Strafe, die erfolgen kann. Hintergrund dieser schweren Folgen eines Geheimnisverrats ist es vor allem, die Sicherheit der Gruppenmitglieder zu gewährleisten. Allein die Beträge, die wöchentlich eingesammelt werden, sind für einige externe Menschen in Tansania Grund genug, um einen Diebstahl an der Gruppe zu versuchen. Außerdem sollen die Personen geschützt werden, die das Geld im Anschluss an die wöchentlichen Treffen zur Bank bringen. Gemeinsam betreibt die Gruppe ein eigenes Bankkonto.

Das interessante für Kathi und mich war, dass wir zunächst davon ausgingen, dass jede Person der Gruppe zu Beginn ein Darlehen ohne Einzahlung erhalten kann, um das Gewerbe zu starten. Baraka erklärte uns, dass dies allerdings bewusst unterlassen wurde, da dies die Gruppe zerstören würde. Bei dieser Gruppe geht es vielmehr darum, den Eigenantrieb zu fördern. Dies wird unterstützt durch eine Art Gründertraining, dass die ersten Wochen zu Beginn einer Gruppe stattfindet und allen zeigt, wie ein Geschäft aufgebaut werden kann. Es gibt also vor allem drei Pinzipien, die von Bedeutung sind: Strukturiertes Wirtschaften im Kollektiv, Darlehen nach Eigeninitiative und Eigentverantwortlichkeit.

Mittwoch, 9. September 2015

Tag 5: Arusha Town

Nach vielen Tagen auf dem Land waren wir gestern das erste Mal für eine etwas längere Zeit in Arusha. Die Leute hier sagen selten den Namen, sondern sprechen immer nur von der "Town", also der Stadt. Während auf dem Weg nach Arusha über die alte Usa River Road zur Zeit der Staub das größte Problem ist, so ändert sich das in der Stadt durch den Teerbelag auf den Straßen und der Smog wird zu einer Herausforderung.

Während wir Naka im Krankenhaus besucht haben, gingen Baraka und ich kurz auf den Markt, der in der Nähe ist. Er erzählte mir, dass es der größte der Stadt sei und man hier im Prinzip alles finden würde. Unmengen von Menschen waren unterwegs und trugen Dinge von hier nach da. Mit meinem Rücksack war ich nur schwer in der Lage mich gut durch die Massen zu navigieren und hatte wie fast immer das Gefühl, mich nur sehr unbeholfen bewegen zu können, während alle um mich herum sehr elegant aneinander vorbeitanzten.

Arusha, Nähe Stadtzentrum


Tag 5: Ein neues Familienmitglied

Einen weiteren Tag haben wir Interviews in Haushalten geführt. Heute waren wir ungefähr 8 Stunden zu Fuß in Nambala unterwegs und haben 11 Familien gesprochen. Es waren wieder sehr interessante und gleichzeitig erschreckende Erlebnisse dabei. Zum Teil waren die Lebenssituationen ganz ok und an einigen Stellen hat uns der blanke Horror erwartet.



Außerdem gab es heute noch ein besonderes Erlebnis: Naka, die Schwester von Baraka hat per Kaiserschnitt ihr Kind bekommen. Nachdem wir in Nambala fertig waren, sind mit mit einigen Sachen zu ihr und Anne in das Krankenhaus nach Arusha gefahren. Neben dem wunderschönen Bild eines kleinen gesunden Mädchens waren wir erschrocken darüber, wie ein Krankenhaus aussehen und funktionieren kann. Das private St. Thomas Health Center wurde mit Generatoren betrieben, die den gesamten Flur mit ihrem Dieselgerucht verpesteten. Naka war am Morgen operiert wurden und als wir ankamen lag sie noch im Aufwachzimmer.



Am Nachmittag ist sie dann selber zu Fuß zwei Treppen nach oben gegangen, nachdem sie sich selber umgezogen hatte - und das alles nach einem Kaiserschnitt, also frisch operiert. Auch die Wäsche, das Essen und die Windeln für das Kind mussten selber mitgebracht werden. Im Zimmer gab es kein Bett für das kleine Baby, sondern es lag entweder in ihrem oder in dem Bett von Anne. Aber gut, genug vom Krankenhaus. Das Kind und die Mutter sind gesund.

Im Anschluss waren wir noch mit Baraka und Gabriel in Arusha in einer Bar etwas essen. Es gab für uns Chipsi Kuku, also Pommes mit Hühnchen. Der Ketchup war einigermaßen mit Wasser verdünnt, aber der Rest hat gut geschmeckt. Dazu haben Kathi und ich uns heute mal Kilimanjaro Bier gegönnt. Es heißt, wer den Kili nicht besteigt, trinkt ihn.
Morgen wird es zunächst weitergehen mit den Haushaltsbefragungen. Zwischendurch statten wir dann der Micro Finance Group einen Besuch ab und bringen dann hoffentlich 3/4 der Befragung zu Ende. Bis jetzt sind wir gut im Plan.

Dienstag, 8. September 2015

Tag 4: Start der Haushaltsbefragung

Die Befragung aller 40 Haushalte hat heute begonnen. Um 10 Uhr sind wir gemeinsam mit Gudila, Gabriel und Baraka zu den ersten Familien gefahren, die Unterstützung durch Fri Sucode und Nambala Help erhalten. Die Fragebögen waren von Gabriel, der Statistik im Bachelor studiert hatte, bereits ausgearbeitet. Wir gingen also immer zu zweit in eine Familie. Eine Person stellte die Fragen in Kiswahili und eine Person schrieb die Antworten auf Englisch in den englischen Fragebogen. Dadurch konnte die genaue Bedeutung einiger Fragen diskutiert und gleichzeitig die komplette Ausfüllung des Fragebogens kontrolliert werden.

Die Situation in den Familien war bisher sehr unterschiedlich. In allen Fällen wurde der Bedarf an Unterstützung aber klar sichtbar. Zunächst waren wir bei Familie Kisanga, wo wir mit Yona sprachen. Im Anschluss konnten wir Steven Williamson befragen. Da die ersten Interviews jeweils 75 Minuten dauerten, entschieden wir uns bei einem Mittagessen noch einmal die Notwendigkeit der Fragen zu überprüfen und konnten zumindest zwei Fragen identifizieren, die gut durch die Befragung der Gesundheitseinrichtungen ersetzt werden konnten. Außerdem entschieden wir, möglichst parallel Haushalte zu befragen. So konnten wir bei der dritten Befragung in drei Haushalte gleichzeitig gehen. Wir sprachen mit der Großtante von Zeituni Hamisi, mit der Tante von Upendo und Gift Abrahamu und mit Lucia Evarest, der Mutter von Yasinta und Yustina. Danach fuhren wir zur Familie von Frank Zephania, wo wir mit seiner Mutter sprachen. Die letzte Befragung des Tages wurde mit Familie Modest geführt, wo Ibrahim seit einiger Zeit im Unterstützungsprogramm ist.

Diese Feldforschung ist wahnsinnig interessant und es ist spannend in einem Team mit einem Statistiker, einem Sozialarbeiter, einer Jugendpflegerin und uns beiden Erziehungswissenschaftler*innen zusammen zu arbeiten. Wie oben schon geschrieben wollen wir nach dieser Woche 40 Interviews geführt haben. Die Daten werden wir dann zum einen nutzen, um damit die Unterstützer*innen in Deutschland über die Situation der Familien zu informieren und gleichzeitig, um daraus sinnvolle Unterstützungsmaßnahmen zu schlussfolgern. Eine Hauptmotivation der Erhebung war es, die sozialen Hintergründe der unterstüzten Kinder zu erfassen, um mögliche Leistungsprobleme in der Schule besser zu verstehen.

Tag 4: Strom

Heute früh haben wir nach 2 Tagen wieder Strom. Ich bin 6:00 Uhr aufgewacht und habe gesehen, dass der Schalter unserer Verteilerleiste rot leuchtet: Das Signal, dass wir unsere Akkus mit Energie versorgen können. 

Im Haus von Mshanas und in Nambala sind die Menschen nicht wirklich darauf eingestellt, dass es Strom gibt. Vielmehr gibt es hier viele andere Wege den Alltag zu erledigen, wenn der Strom fehlt. Für uns mit den Handys, Tablets, Digitalkameras und WLAN-Routern ist es aber schon eine besondere Sache.

Um so spannender ist es sich selbst dabei zu beobachten, welche Dinge wichtig sind, wenn der Strom denn wieder funktioniert. Zuerst haben wir den WLAN-Router angeworfen, der uns mit Internet versorgt, um ein paar Nachrichten bei WhatsApp abzurufen und die Sozialen Netzwerke nach privaten Nachrichten zu checken. Gestern hatte Gabriel für uns das Gerät eingerichtet, dass uns mit einem Internetsignal via UMTS versorgt. Dann haben wir alle Geräte an die Ladegeräte angeschlossen, die neue Energie gebrauchen können, um uns dann zu entscheiden, heute früh warm zu duschen und deshalb den großen Wasserkochen zum Brodeln zu bringen. Nach dem der fertig war, kamen aber wieder die Akku-Geräte dran.

Und jetzt läuft der Strom hoffentlich eine Weile. Wir haben gehört, dass es einen Zeitplan gibt, nachdem der Strom an- und ausgeschaltet wird. Warum, kann uns niemand genau erklären. Es gibt Vermutungen über Gelder, die damit eingespart werden sollen. Ob das mit aufwändigen Wahlkampanien zu tun hat, lässt sich nicht genau sagen. 

In jedem Fall ist es vielleicht für die Haushalte ein geringes Problem. Viel schwerer wiegt der stetige Stromausfall aber für die Industrie, die gerade in unserer Gegend ständig zu zwangsläufigen Arbeitsstillständen kommt, weil der Saft fehlt. Dass das Entwicklungen behindert, ist unschwer zu erkennen. Und auch in den Schulen, die gerade dabei sind, Computerkurse zu installieren, haben Stromausfälle folgen. So wollen wir zum Beispiel in der nächsten Woche mit den Lehrkräften der Nambala Secondary School über vier Tage eine Qualifizierung zur Computernutzung im Unterricht durchführen und sind dabei natürlich vom Strom abhängig, wenn wir an den Geräten selber arbeiten wollen. Wir können also zunächst nur gespannt sein, wie sich der Zeitplan für uns gestaltet, unsere Pläne unterstützt und wie wir manche Schritte dennoch gehen können, ohne dass wir am Netz sind.
Unsere Steckerleiste mit dem rot leuchtenden Schalter

Montag, 7. September 2015

Tag 3: Planungstreffen mit Gudila, Gabriel und Baraka

Heute Nachmittag haben wir uns nach dem Termin in der Universität mit Gudila getroffen, um gemeinsam mit ihr, Gabriel und Baraka über die Idee von Schul-Clubs zu sprechen. Kathi und sie werden damit vor allem in der nächsten Woche beschäftigt sein und sich um die Entwicklung von diesen Clubs kümmern. Die Idee ist, dass Schlüer*innen damit eine Plattform bekommen, um über ihre alltäglichen Probleme zu sprechen, die oft dafür verantwortlich sind, dass sie keine guten Leistungen in der Schule zeigen. Mit diesen Clubs wird damit ein wichtiger Baustein in der Lebensorientierung geschaffen. Zusammen mit den Unterstützungsgeldern aus Deutschland ist damit mehr gewährleistet, dass Schüler*innen eine erfolgreiche Schullaufbahn und damit eine bessere Perspektive für ihre Zukunft entwickeln können.
Außerdem haben wir eine Befragung vorbereitet, die ab morgen in 40 Familien beginnen wird. Dazu gibt es bereits einen quantitativen Fragebogen, um die soziodemografischen Daten der Familien zu erheben, die unterstützt werden. Aus diesen Daten wollten wir dann später versuchen, typische Fälle von Familien zu analysieren. Zur Vertiefung sollen dann später dort qualitative Interviews geführt werden.
Getroffen haben wir uns im URRC, dem Usa River Rehabilitation Center, in dem Kathi und ich letztes Jahr zusammen mit Christina, Christina, Wolfgang, Rosi, Tanja und Ecki für unsere Zeit in Tansania übernachtet haben. Es war sehr schön, an diesem bekannten Ort zu sein.

Tag 3: Nambala Shule

Heute Vormittag waren wir mit Baraka in der Schule, mit der bei Nambala Help alles begann. Dort haben wir gemeinsam mit der neuen Direktorin Zuhura Shabani und einer Lehrerin für Naturwissenschaften über die Qualifizierung der Lehrkräfte im Bereich Medienkompetenz gesprochen. Es gibt mittlerweile einige Computer an der Schule, jedoch fehlt vielen Lehrkräften das grundlegende Wissen, wie diese bedient und genutzt werden können. Daher werden wir uns für einen ersten Einführungskurs in der nächsten Woche an vier Tagen der Woche jeweils von 14 bis 16 Uhr mit den Lehrkräften treffen und grundlegende Dinge vermitteln. Dabei ist es uns wichtig, von Beginn an die Erfahrungen der Lehrkräfte mit Medieneinsatz insgesamt und an die Anforderungen des Lehrplans anzuknüpfen.
Damit dies gelingen kann, haben wir mit Gabriel einen wichtigen Experten an unserer Seite. Er ist sowohl in Medienfragen als auch in Fragen des Lehrplans gut im Bilde. Im Anschluss haben wir weiterhin den wichtigen Kontakt zu Joshua Jacob vom Nelson Mandela African Institute for Science and Technology hergestellt, der für die Koordination der out reach Programme, also der externen Aktivitäten der Universität, verantwortlich ist. Mit ihm gemeinsam haben wir über Erfahrungen in der Grundbildung von Lehrkräften im Bereich Medientechnik gesprochen. Dies werden wir versuchen zu verbinden mit Fragen der Erwachsenenbildung und der Medien- und Schuldidaktik. Unsere Erfahrungen sollen dann so festgehalten werden, dass daran weitergearbeitet werden kann und langfristig ein Handbuch für die Qualifizierung von Trainern im Bereich Mediennutzung entsteht.
The Nelson Mandela Afican Institute for Science and Technology

Sonntag, 6. September 2015

Tag 2: Besuch in der Kirche

Unser zweiter Tag in Tansania startete sehr entspannt. Nachdem wir ausgeschlafen hatten gab es zum Frühstück heute gekochten Kürbis und dazu Tee, der mit frischer Kuhmilch und Ingwer gekocht wurde. Außerdem hatten wir von meinen Eltern selbstgemachte Kürbis-Bananen-Marmelade als Geschenk für Anne und Patrick mitgebracht, die sehr gut ankam und zusammen mit dem Kürbis zum Frühstück gegessen wurde.
Im Anschluss hat uns Anne das gesamte Grundstück gezeigt und darüber berichtet, dass es für sie uns Patrick kaum noch möglich ist, alles zu bewirtschaften. Angebaut wird vor allem Reis, Mais, Cassava und Zuckerrohr und alles bedarf einer Menge Arbeit. Früher konnten Anne und Patrick mehr machen, da sie noch jünger waren und außerden halfen ihre fünf Kinder mit, die heute jedoch alle selber Familie und Arbeit haben.
Nachdem wir die Runde um das Grundstück beendet hatten, saßen wir noch ein wenig zusammen. Nach einer Weile schlug uns Anne vor, dass wir zur Kirche gehen könnten. Kathi und ich fanden die Idee gut und machten uns auf den Weg. Da der Gottesdienst gerade beendet waren, kamen uns eine Menge Menschen entgegen und hier und da wurden wir in eine kleine Unterhaltung verwickelt und man fragte uns, woher wir kommen und was wir in Tansania machen. Bei der Kirche angekommen wurden wir von einer Frau zum Pfarrer gebracht, der uns direkt zu Tee und Pilau (Reis) einludt. Wir kamen ein wenig ins Gespräch und erzählten über unsere Arbeit in Deutschland, die Zusammenarbeit mit Baraka in Tansania und das Konzert von Laudate und dem hiesigen Kirchenchor, dass vor über einem Jahr als Videokonferenz stattgefunden hatte.
Wir mussten aufpassen nicht zu viel zu essen, da wir wussten, dass Anne das Lunch vorbereitete. Also ließen wir ein wenig Essen auf den Tellern und verabschiedeten uns mit der Entschuldigung, dass Anne das Essen fertig hätte. So waren wir nach einer Stunde wieder zurück, obwohl  wir gar nicht so lange weg bleiben wollten.